DIE LINKE.

Michael Leutert, MdB (DIE LINKE.)

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24.02.2009

Die Kleinen fängt man ...

Zum Urteil gegen eine Berliner Supermarkt-Verkäuferin

Michael Leutert
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Gerade habe ich im Radio auf der Fahrt nach Chemnitz gehört, dass das Berliner Landesarbeitsgericht die fristlose Kündigung einer Supermarkt-Kassiererin, die angeblich für 1,30 Euro Flaschenpfandbons unterschlagen haben soll, bestätigt hat. Die Frau war bereits lange Jahre bei dem Discounter tätig, wurde hinzugefügt. Grund für die bestätigte Kündigung sei ein "unwiderbringlicher Vertrauensverlust", so das Gericht.

... 'unwiderbringlicher Vertrauensverlust' und der Verlust einer Arbeitsstelle wegen der einmaligen Unterschlagung von einen Euro und dreißig? Hat eigentlich irgend jemand schon mal was was von einem Urteil wegen 'unwiderbringlichen Vertrauensverlusts' gegen einen der Verantwortlichen für die Milliardenverluste von Banken und Unternehmen in diesen Krisenmonaten gehört?

Kommentare

  • Thomas
    25. Feb 2009 15:51
    Sehr richtig!
    Guten Tag Herr Leutert! Sie sprechen mir aus der Seele!
  • Kai Bloch
    27. Feb 2009 12:32
    1 Euro 30
    Sehr geehrter Herr Leupert, bereits meinen kleinen Kindern lerne ich, dass auch nur 1 Pfennig aus Mamas Handtasche letzten Endes einen kriminellen Akt darstellt. Wo soll es also hinführen, wenn Erwachsene dies tun und zumal als Kassiererin dafür nicht mit aller Konsequenz belangt werden. Das sich die Beschuldigte dann jedoch noch mit Gewerkschaftsgründen rechtfertigt stellt den Höhepunkt von "Einsichtigkeit" dar. Ebenso brauchen wir dann Alkoholsünder - nur weil sie "nur" ein Zehntel über der Höchstgrenze lägen eben auch nicht zu belangen. Zumal als Gewerkschafterin ist das Verhalten beschämend und das Urteil vor allem als Vorbildwirkung letzten Endes hart aber fair. Wer als Schatzmeister einer Partei oder Buchhalter eines Unternehmens 1 Euro veruntreut, darf mit Sicherheit und in logischer Konsequenz nicht mehr haltbar sein.
    • Ording
      02. Mär 2009 03:24
      jeder macht jedoch mal Fehler und muß dafür gleich so hart bestraft werden
      was ist mit der Berühmten zweiten Chance - oder bringst Du Deinen Kindern auch bei, wenn sie einem nen Fehler begannen haben, ihr Leben zerstört sei. Bring ihnen dann lieber bei, das wenn sie was unrechtest getan haben - und das tut jeder mal - das sie dann Statthaft für die Konsequenzen gerade stehen. Außerdem hat die gute Frau das Geld zurück gegeben und die Bänker werden noch dazu belohnt - was sagst´n dazu ?
    • Ording
      02. Mär 2009 03:28
      hier mein Fehler
      muß ich jetzt auch bestraft werden ? Ich hätte erst einmal ganz lesen sollen - versuche ich mir auch gerade an zu gewöhnen, klappt nur nicht immer, da ich ein extrem immutionaler Mensch bin. Aber mit der Veruntreuung - Du redest immer von kleinen Beträgen - hören die Bestrafungen denn auf, wenn es sich um supergroße Beträge handelt, wie bei den Bankmanagern ?
  • Paul
    27. Feb 2009 17:35
    Alles richtig,
    außer, daß es um Kaisers/Tengelmann geht, und das ist kein Discounter.
  • Michael Leutert
    27. Feb 2009 23:30
    Antwort
    @Thomas und Paul: Danke! Ihre/Eure Zustimmung freut mich! und Paul: Ja, sorry, ich hatte es mir falsch aus dem radiobericht gemerkt. @Kai Bloch: Das Entscheidende ist, dass es sich um eine Verdachtskündigung handelt. Es war also für die Kündigung nicht maßgeblich, ob der Diebstahl bewiesen ist. Nein, es reichte der Verdacht, um das Vertrauen seitens des Arbeitgebers nachhaltig zu zerstören, so dass Gericht. Hier kommen wir zum Problem. Das heißt faktisch, dass die Kassiererin ihre Unschuld beweisen muss. Wie soll das gehen? Angesichts der aktuellen, schwindlig machenden Summen, die von ganz anderes Leuten vernichtet wurden, sehe ich hier in der Tat eine gesellschaftliche Schieflage, die symptomatisch ist. das sage ich ohne Häme, sondern mit Sorge.
    • Ording
      02. Mär 2009 03:31
      volle Zustimmung
      bedarf wohl kaum mehr nen Kommentar, oder ?
  • Ording
    02. Mär 2009 03:18
    einfach ungeheuerlich und das nennt sich noch Rechtsstaat ?
    Nun, ich würde sagen, die Manager gehören allesamt vollständig enteignet, die Angestellte unverzüglich wieder eingestellt und die Urteilsrichterin für mind. ein Jahr selbst hinter Gitter für diese Ungeheuerlichkeit. Aber soviel halt zu diesem "Rechtsstaat". Da muß man ja schon bald eine gewaltsame Revolution fürchten....?

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