Elias Davidsson Henri-Spaak
Sehr geehrter Herr Leutert,
Als jdische Person, dessen Eltern wegen der nationalsozialistischen
Verfolgungen nach Palstina emigrieren mussten, bin ich in Palstina
1941 geboren. Ich fhle mich unwohl gegenber Ihren Bemhungen, den
Holocaust zu sakralisieren und die Verbrechen des Staates Israels zu
verharmlosen, wie es mir aus Ihrer heutigen Polemik erscheint.
Ich mchte Sie bitten, in Betracht zu ziehen, dass die Verbrecher des
NS-Regimes praktisch alle tot sind. Sie knnen keine Verbrechen mehr
begehen. Einige der grten Nazi-Verbrecher wurden mit Recht zur
Rechenschaft gezogen. Abertausende Bcher ber das Holocaust wurden
publiziert, unzhlige Filme gedreht, dutzende von Museen erffnet.
Juden sind freilich sehr tchtig, aus ihrer Tragdie eine Tugend zu
machen und die Europer mit dem erhobenem Zeigefinger zu ermahnen:
Ihr habt kein Recht, unsere Verbrechen zu kritisieren. Die vielen
Bcher, Filme und Museen ber die Sklavenpolitik der europischen
Kolonialmchte warten noch , produziert zu werden, oder liegt es
daran, dass die Afrikaner keine "jdische Lobby" in Europa haben,
deren Vertreter am Tische der Regierenden sitzen drfen. Auch das
Museum fr die halbe Million Kinder, die im Irak durch die Sanktionen
ermordert wurden, ist noch nicht gebaut worden: Auch die Iraker
haben noch viel zu viel zu tun, bevor sie fr ihren Holocaust Lrm
machen knnen. Sie haben auch keine "jdische Lobby", um ihren
Anliegen zu frdern. Die guten Seelen Deutschlands tanzen nach dem
Geldgeber, nicht nach dem, was anstndig ist.
Meine Mutter erhielt eine grozgige finanzielle Wiedergutmachung aus
Deutschland. Dafr bin ich sehr dankbar. Ich wei nicht, ob diese
Grozgigkeit auf einer deutschen Initiative beruhte oder auf Druck
der amerikanischen "jdischen Lobby" zustande kam. Ich mchte gerne
glauben, dass es eine authentische Manahme Deutschlands gewesen war,
das heute irrtmlicher Weise den Staat Israel als den Vertreter aller
Juden betrachtet. Die Israelis sollten immerhin Deutschland fr
diese Wiedergutmachung als Modell nehmen, um ihre eigene Opfer - die
Palstinenser - zu entschdigen. Das tun sie aber nicht. Im
Gegenteil: Sie bombardieren sie. Die Palstinenser schmoren im Ghetto
Gaza und in Sabra und Shatila im Lebanon oder wurden nach der
Eroberung des Iraks von dort vertrieben. Sie haben keine "jdische
Lobby" in Deutschland, die die Medien erpressen kann. Haben Sie fr
diese miserablen Menschen, ohne Vertreter in Deutschland, ein wahres
Wort gefunden, seit Sie im Bundestag sitzen? Sie haben jedenfalls
ihrem Unterdrcker applaudiert, der im Bundestag Kriegshetze
betrieben hat.
Ich rufe sie daher auf, sich auf die Seite der Gerechtigkeit und des
Rechts zu stellen. Allerdings haben Sie mehr Chancen auf Promotion,
wenn Sie fr Zionisten als Schabbesgoj Dreckarbeit leisten.
Mit freundlichen Gren,