Foto: h.w.
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Am Montag haben sich rund 100 Menschen vor dem Chemnitzer Medienhaus in der Carolastraße zu einer Kundgebung versammelt, um gegen die wahrscheinlich rechtlich höchst umstrittene Abschaltung aller sächsischen freien Radios zu protestieren. Apollo Radio, das im Medienhaus seine Zentrale hat, hatte am Samstag Radio t, ColoRadio und Radio Blau von der UKW Frequenz 102,7 MHz genommen.Damit stellt es in einem laufenden Prozess um die Kosten der Ausstrahlung die Betreiber der unkommerziellen Radios vor vollendete Tatsachen.
Der Streit um die Ausstrahlungskosten begann bereits Anfang dieses Jahres. Die freien Radios haben sich immer um Gespräche bemüht, die jedoch abgebrochen wurden, so dass nur noch über die Anwälte verhandelt wurde. Es geht um die Behauptung Apollos, dass die freien Radios zum Jahresanfang einer Kostenübernahme für die Ausstrahlung zugestimmt hätten, was diese allerdings bestreiten. Nach Darstellung der freien Radios wurden keine Finanzierungspläne bzw. -forderungen in einem Vertrag festgehalten.
Durch das Abschalten gefährdet und beschädigt Apollo Radio die anerkannten Jugend- und Kulturprojekte in Sachsen, welche über 15 Jahre für einen Zugewinn an Programm- und Meinungsvielfalt gesorgt haben. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass dem ganzen Streit schnell ein Ende gesetzt werden könnte, wenn der Sächsisch Landesmediendienst die Kosten für die Aussendung der drei unkommerziellen Radios übernehmen würde, so dass diese nicht mehr um ihre Existenz bangen müssten. Damit würde nur eingeführt, was in anderen Bundesländern schon lange normal ist. In Sachsen scheint bis jetzt leider der politische Wille der Landesregierung zu fehlen.Die sächsische Regierung sollte sich ihrer Verantwortung für freie Medien bewusst werden und endlich den Erhalt der hauptsächlich ehrenamtlich geführten Projekte garantieren.
Ich selbst war erst vor kurzen Gast bei Radio t. Die Leute dort leisten eine wichtige Arbeit für Kinder und Jugendliche. Sie bieten zudem ein Sprachrohr für Personen und Institutionen aus Chemnitz, welche sonst selten Gehör finden.Auch regionale Bands haben dank der freien Radios die Chance sich den Hörern vorzustellen. Das Wegfallen hätte für die Chemnitzer Jugendkultur und der Kulturlandschaft im Allgemeinem also schwere Folgen.
Foto: h.w.
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Die sächsischen freien Radios haben eine lange Tradition, welche auf die Nachwendezeit zurückgehen. Das damals erkämpfte Stück Freiheit gegenüber der kommerziell orientierten Radios darf nicht verloren gehen. Am 26.04.2010 16:00 wird daher erneut eine Kundgebung vor der Zentrale von Apollo-Radio stattfinden.
Ich hoffe das dieses mal noch mehr Menschen kommen und ihre Solidarität mit den bedrohten Projekten zeigen.
So dass Apollo Radio einlenkt und die Radios wieder auf Sendung gehen können.