18.03.2017

Flüchtlingshilfswerk Balkanroute

Treffen mit Aktivisten aus Chemnitz

Michael Leutert

Auf der sogenannten Balkanroute waren - und teilweise sind - Kinder, Frauen und Männer selbst bei Wintertemperaturen oft leicht bekleidet auf der Flucht. Selbst nach einem Jahr lebt noch ein großer Teil von ihnen unter größtenteils katastrophalen humanitären Bedingungen in den Staaten des Balkans, von wo aus sie nicht weiterkommen. Staatliche Hilfe bekommen sie dort kaum. Aus diesem Grund sind private Hilfsgruppen aus ganz Europa unterwegs, die Hilfsgüter sammeln und eine notdürftige ärztliche Hilfe organisieren.

Hier setzt auch das Flüchtlingshilfswerk Balkanroute an. Mit Aktiven, Oliver Nießlein, habe ich mich vor kurzem getroffen. Er schilderte mehrmals die schlimmen Zustände entlang der Balkanroute. Wir haben uns über ihre Arbeit, ihre Probleme und konkrete Möglichkeiten, wie ich als Chemnitzer Bundestagsabgeordneter und Haushaltspolitiker die rein ehrenamtliche Arbeit unterstützen kann, gesprochen. Das werde ich gerne tun.
Bislang gibt es kaum politische Anerkennung seitens der etablierten Politik. Im Gegenteil, oft zahlen die Ehrenamtlichen noch drauf, damit die Spenden auch ankommen. Im April soll nun ein eigenständiger Verein bei uns in Chemnitz gegründet werden, die Satzung steht schon, um die Gemeinnützigkeit kümmern sie sich gerade. Ich werde schauen, wie dieser Verein finanzielle Hilfen erhalten kann, so dass vielleicht eine hauptamtliche Stellung finanzierbar ist.
Die Aktiven selbst haben den Gedanken, einen Bundesverband ehrenamtlicher Hilfsinitiativen zu initiieren, was aus den Vorteil hätte, dass auf Bundesebene ein direkter Ansprechpartner für Bundesförderungen entstünde. Sollte tatsächlich ein Bundesverband gegründet werden, leiste ich gerne organisatorische Schützenhilfe. Darüber hinaus habe ich meine Hilfe angeboten, falls es zu Problemen mit dem Zoll oder dem Auswärtigen Amt kommt. Zu diesem habe ich dank meiner Zuständigkeit im Haushaltsausschuss gute Kontakte.

Ich finde es toll, dass die Aktiven vom Flüchtlingshilfswerk Balkanroute freiwillig so viel ihrer Zeit aufbringen, um Menschen in Not zu helfen. Und es entspricht meinem Verständnis von linker Politik, sie dabei zu unterstützen.

Ausdrucken | Versenden