06.06.2017

Ein politisches Planspiel für Schüler*innen im Bundestag

Schüler aus Chemnitz bei 'Jugend im Parlament'

Michael Leutert
Richard aus Chemnitz

Jedes Jahr werden über 300 Schüler*innen aus ganz Deutschland, die sich politisch oder gewerkschaftlich engagieren, eine Woche nach Berlin eingeladen, um an 'Jugend im Parlament' teilzunehmen. Dort können sie sich den Berliner Politikbetrieb nicht nur anschauen, sondern unter anderem selbst Abgeordnete treffen und bei einem großen Planspiel die Rollen von Abegordneten in Fraktionen einnehmen.

Mit Richard war bereits der zweite Schüler in den letzten drei Jahren, der aus Chemnitz dabei. Er berichtete unter anderem von dem Planspiel. Ihm war aufgefallen, dass es nur drei Fraktionen gegeben hat, wo es doch im Bundestag vier gibt. Die Fraktionen haben zwar Phantasienamen doch wunderte ihn wie mich, dass sie am ehesten CDU/CSU, SPD und Grünen zuzuordnen waren. Selbstverständlich habe ich mich sofort erkundigt, warum nicht alle Fraktionen mit ihren Inhalten abgebildet werden. Der zuständige Referent der Bundestagsverwaltung schickte mir die konzeptionellen Grundlagen und zwei Beispielrollen für fiktive Abgeordnete zu. Zudem erläuterte er, dass es nicht eins zu eins um die Abbildung aktueller Inhalte gehe. Die Schüler*innen würden auch nicht nach ihren politischen Vorlieben oder den Bundesländern, aus den sie kommen, verteilt. Es gehe um das Aushandeln von Gesetzentwürfen und damit das Verständnis ihres Zustandekommens. Am ehesten überzeugt hat mich aber, dass die Parteien langjährige politische Traditionslinien abdecken sollen. Die christlich-konservative und libertäre (liberal-grüne) ist ebenso vorhanden wie eine aus der Arbeiterbewegung stammende. Die Beschreibung der PGS lautet:
"Die PSG möchte allen Menschen zu ihrem Recht auf ein erfülltes und auskömmliches Leben verhelfen. Die Gesellschaft muss nach Ansicht der PSG ein solidarisches System sein, das die Lebensgrundlagen gemeinsam verteidigt, in dem die Stärkeren auch für die Schwächeren einstehen und das allen zu einer Chance auf Teilhabe verhilft. Der wesentliche Wert dieser Partei ist Gerechtigkeit. Außenpolitisch tritt sie für eine aktive friedenspolitische Rolle ein."
Demnach fehlt von den vier Fraktionen am ehesten die der SPD, was nur an ihr selbst liegt. Wenn das im Planspiel auch so umgesetzt würde, wäre das nicht das Schlechteste.

Ausdrucken | Versenden