09.10.2017

Wahlergebnis als Reaktion auf Unsicherheit im Land

Chemnitzer Blick

Steffi Hoffmann

Michael Leutert bekam 19,4 Prozent der Stimmen für ein weiteres Mandat der Partei Die Linke. Der Diplom-Soziologe ist verheiratet und hat drei Kinder. Seit 2005 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie das Ergebnis in Ihrem Wahlkreis erfahren haben?

Die Ergebnisse in Chemnitz kamen später als Ergebnisse aus ländlicheren Regionen in Sachsen. Insofern ahnte ich, was da kommen könnte. Natürlich hätte ich den Wahlkreis gerne direkt gewonnen. Doch immerhin ist es nach Leipzig das beste Ergebnis für Die Linke in Sachsen.

Wie bewerten Sie das Abschneiden der AfD?

Für mich ist das gute Abschneiden eine Reaktion auf ein weit verbreitetes Gefühl der Unsicherheit. Eine Unsicherheit durch eine Welt, die aus den Fugen ist, und den Folgen, die wir auch hier spüren. Ebenso aber eine soziale Unsicherheit bis weit in die Mittelschicht hinein. Mit den Mitteln von vorvorgestern lösen wir aber keine Probleme.

Welche Aufgabe wollen Sie als erstes in Berlin anpacken?

Da ich Haushaltspolitiker bin und die Beratungen zum Haushalt 2018 aufgrund der Wahl zurückstehen mussten, wird das meine erste Aufgabe, sobald die Regierung gebildet ist.

Was wollen Sie in Ihrem Wahlkreis in den nächsten vier Jahren ändern?

Ein Bundestagsabgeordneter hat seine Möglichkeiten vor allem auf Bundesebene. Ich konnte mich bislang schon erfolgreich dafür einsetzen, dass Chemnitzer Einrichtungen und Projekte mit Bundesgeldern ausgestattet werden. Zudem will ich das meine tun, um die politische Stimmung zu drehen.

Was sagt Ihre Familie dazu, dass Sie nun weiterhin viel Zeit in Berlin verbringen werden?

Meine Frau und meine drei Kinder leben dort. Da sie auch berufstätig ist, war ein Umzug keine Option. Insofern passt das gut.

[zum Chemnitzer Blick]

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