24.11.2008

Tillich und Flath - Wer andern eine Grube gräbt ...

Michael Leutert

Ob etwas Schadenfreude erlaubt ist? Als LINKEN-Abgeordneter aus Sachsen kann ich sie mir nicht völlig verkneifen: Angesichts drohender Enthüllungen über seine Vergangeheit gibt Sachsens CDU-Ministerpräsident Tillich in diesen Tagen nach und nach zu, dass er in der DDR keinesfalls wie behauptet ein kleines Licht war, sondern zur Nomenklatura zählte, seinen Wehrdienst bei den Grenztruppen absolvierte und sogar dienstlich mal mit der Stasi Kontakt hatte.
Nun wär an der Sache normalerweise höchsten interessant, warum er nicht eher zu seiner Biographie gestanden hat. Doch ausgerechnet in Sachsen pflegt die Landes-CDU einen besonderen Umgang mit der LINKEN ... nämlich keinen. Statt dessen stellt der CDU-Fraktionsvorsitzende Flath lieber DIE LINKE mit der NPD auf eine Stufe und leitet daraus die Doktrin ab, beide politisch gleichermaßen rigoros zu meiden.
Da diese angewandte Version der Extremismustheorie parteipolitisch motiviert ist, bestand seitens der CDU bislang leider nur begrenztes Interesse an einer Überprüfung der Flath-Doktrin. Vielleicht verhilft die Geschichte um Tillich der CDU in Sachsen ja wenn schon nicht freiwillig, dann vielleicht um so nachhaltiger zu mehr Einsicht. Zumindest für einen gemeinsamen Kampf gegen Rechtsaußen wäre dies zu wünschen.

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