01.02.2010

ein Zitat und die Folgen

Zu meiner Äußerung in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Michael Leutert

Am Sonntag bin ich in der FAS mit folgendem Satz zitiert worden:
"Wer am Tag der Befreiung von Auschwitz nicht willens ist, während der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag dem israelischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Simon Peres den nötigen Respekt zu bezeugen, der ist für mich nicht wählbar."
Die Folge waren verschiedene Reaktionen in der Presse, von den LINKEN-Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht und Heike Hänsel sowie von Bürgern durch Mail, Fax und Telefon. Ich möchte HIER das Zitat und seine Folgen dokumentieren, um zu ermöglichen, dass jede/r sich sein eigenes Urteil bildet, was ich gesagt habe und was ich nicht gesagt habe, auf wessen Verhalten in der Holocaust-Gedenkstunde ich mich bezogen habe und auf wessen nicht sowie ob die Kritik an meiner Äußerung gerechtfertigt ist.
Worauf es mir amkam und ankommt: Die Nazi-Verbrechen, die Shoa und der Vernichtungskrieg sind das originäre Menschheitsverbrechen. Sich über andere Menschen zu erheben und ihnen millionenfach das Recht auf Leben abzusprechen, weil sie 'lebensuntwert' seien, ist einzigartig. Vor allem den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus wird am 27. Januar in der Gedenkstunde im Bundestag gedacht. Nur um sie und die Mahnung des 'Nie wieder!' darf es aus diesem Anlass gehen. Alles andere bedeutet in dem Zusammenhang eine Relativierung der Nazi-Verbrechen. Auch wenn man dies gar nicht beabsichtigt.

(Die Reaktionen der Bürger sind aus Zeitgründen noch nicht vollständig eingestellt, aber repräsentativ ausgewählt.)

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