15.06.2010

Vermögensungleichheit zwischen Ost und Westdeutschland gestiegen

Studie des DIW

Michael Leutert

Laut einer aktuellen Studie des DIW steigt die Vermögensungleichheit in Deutschland weiter an - im untersuchten Zeitraum von 2002 bis 2007 um rund 10 Prozent. Rund zwei Drittel der Deutschen ab 17 Jahren verfügen demnach über kein oder nur sehr wenig Geld- bzw. Sachvermögen.
Eine Bundesregierung, die in ihrem Koalitionsvertrag dem Aufbau Ost noch nicht einmal mehr einen eigenen Punkt zugebilligt hat, weil dieser mittlerweile erledigt sei, sollten besonders die Zahlen zu Ostdeutschland interessieren.
Während der Mittelwert des individuellen Nettovermögens in Westdeutschland im untersuchten Zeitraum um 11,6 Prozent angestiegen ist, nahm er in Ostdeutschland sogar ab: um 9,7 Prozent. Eine größere Genauigkeit wird gemeinhin dem Median, kurz gesagt der Wert, der die reichere Hälfte von der ärmeren trennt, zugemessen. Auch er bestätigt die Entwicklung: Einen Zuwachs von 10,9 Prozent in Westdeutschland steht ein Minus von 8,7 Prozent in Ostdeutschland gegenüber. Die Ursachen liegen vor allem in dem, was in der Untersuchung "lückenhafte Erwerbsbiographien" genannt wird, also Arbeitslosigkeit. Ein zweiter Grund sind die sinkenden Immoblilienwerte im Osten.
Eine daraus resultierende Folge: Da die Betroffenen im Alter auf weniger Vermögen zurückgreifen können, steigt das Risiko von Altersarmut.

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