Polizei erntet nach Friedenstag Lob, Zweifel und Kritik
Berichte über Störung durch 150 Gewaltbereite werfen Fragen auf
Chemnitz. Welch ein Unterschied zum vergangenen Jahr: Die Organisatoren der Veranstaltungen zum 5. März mit mehreren Tausend Teilnehmern äußern sich nahezu durchweg positiv über die Resonanz auf die einzelnen Veranstaltungen und mit Blick deren offenbar überaus friedlichen Verlauf. Ausdrückliches Lob gibt es für die Kooperationsbereitschaft von Polizei und Ordnungsbehörde - bei zum Teil deutlicher Kritik an scharfen Personenkontrollen und einer intensiven Videoüberwachung. Der Chemnitzer Landtagsabgeordnete Klaus Bartl (Die Linke) kündigte an, die Zugangskontrollen der Polizei an den Eingängen zur Auftaktveranstaltung einer Demonstration am Hauptbahnhof im Landtag thematisieren zu wollen. "Wir müssen klären, ob ein Verstoß gegen das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit vorliegt", sagte er.
Sabine Kühnrich von der Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag zeigte sich
glücklich. "Alle Beteiligten haben wesentlich mehr Leute auf die Straße
gebracht als in den vergangenen Jahren. Das ist absolut positiv", sagte
sie. "Es war laut, bunt, vielfältig und alle Generationen waren auf der
Straße." Ähnlich die Einschätzung der Initiatoren der Demonstrationen
gegen Rechts. "Alles wunderbar - wir sind zufrieden", bilanzierte Stella
Meyer vom Bündnis Chemnitz nazifrei. Der Bundestagsabgeordnete Michael
Leutert (Die Linke) sprach von einem "großen Fortschritt" im Vergleich
zu 2011.
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