24.04.2012

Pablo Neruda - Namen der Grundschule beibehalten

Presseerklärung anlässlich der morgigen Sitzung des Chemnitzer Stadtrats

Michael Leutert

"Die Begründung der Schulleitung, die Kinder könnten mit dem Wirken des Nobelpreisträgers nichts anfangen, ist fadenscheinig", so der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Michael Leutert, zu den Plänen der Schulleitung, die Pablo-Neruda-Grundschule umzubenennen. "Nach diesem Kriterium müsste die Albert-Einstein-Grundschule ebenfalls umbenannt werden. Das Ansinnen ist als politisch motivierte Versuch zu werten, sich Pablo Nerudas als Namensparton wegen seines linken politischen Engagements zu entledigen."

Leutert weiter: "Neruda hat sich Zeit seines Lebens gegen Unterdrückung und Faschismus eingesetzt. Der Literaturnobelpreis wurde ihm jedoch für sein literarisches Schaffen verliehen, weil er 'Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig' mache, wie es in der Begründung heißt. Wenn die Schulleiterin behauptet, Neruda sei vor allem durch sein Engagement gegen die Militärdiktatur von General Augusto Pinochet bekannt geworden, ist dies schlicht falsch. Der 1904 geborne Neruda starb zwölf Tage nach dem Putsch.

Ich fordere die anderen Fraktionen im Stadtrat auf, gemeinsam mit der LINKEN die Umbennenung der Schule zu verhindern. Der öffentliche Protest hat deutlich gemacht, dass die Schulleitung keine Mehrheitsmeinung vertritt. Sie sollte die Chance erkennen, die in der Vermittlung von Wissen über Neruda, seinen Kontinent und sein Wirken an die Schülerinnen und Schüler gerade heute liegt."

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