06.03.2014

5. März: Nazis mussten umkehren

Chemnitz nazifrei 2014

Michael Leutert

Punkt 18 Uhr stand oder besser saß die Blockade Kleiststraße, Ecke Lützowstraße. Waren es zunächst rund 100 DemonstrantInnen, wurde ihre Zahl mit der Zeit immer größer. Kurz bevor die Nazis die Stelle passieren wollten, stießen auch noch rund 200 DemonstrantInnen von der ver.di-Demo hinzu, so dass die Blockade nun aus insgesamt 500 bis 600 Leuten bestand. Ob es diese Zahl allein war, ob hinzu kam, dass die Polizei gestern Abend nicht auf Eskalation aus zu sein schien – jedenfalls wurde die Blockade entgegen zwischenzeitlicher Aussagen der Polizei nicht geräumt. Die ca. 250 Nazis mussten umkehren. Ein schöner Erfolg!

Ich möchte ich nochmal bei allen bedanken, die gestern in unserer Stadt den Nazis die Tour vermasselt haben. Vor Ort, aber auch in den sozialen Netzwerken Facebook und twitter war es eine gelungene bunte Kooperation und Kommunikation. So muss es auch sein.

Natürlich habe ich mich sehr über meine GenossInnen von der LINKEN gefreut, die - wie eigentlich jedes Jahr - in großer Zahl dabei waren. Sie waren als Anmelder aktiv, bei der Mahnwache gestanden und und sich an den weiteren Protesten beteiligt. Die linksjugend hatte einen Bus mit Gulaschkanone im Getümmel, die – soweit ich es mitbekommen habe – gut angekommen ist. Unseren Landes- und Fraktionsvorsitzender im Landtag, Rico Gebhardt, habe ich ebenfals getroffen. Und last but not least: Auch den Bus der Bundestagsfraktion der LINKEN konnte ich gewinnen, nach Chemnitz zu kommen. Er hatte Tee, Taschentücher und Bonbons für die DemonstrantInnen an Bord. Auch hier nochmal herzlichen Dank an Uwe, der ihn hin und zurück gefahren hat.

Insgesamt war das ein guter Tag. Wir dürfen den Nazis keinen Raum in der Öffentlichkeit zugestehen. Das ist gestern gelungen. Allerdings ist uns wohl allen klar, dass es mit der Verhinderung eines Nazi-Aufmarsch nicht getan ist. Politisch und gesellschaftlich ist Antifaschismus eine Aufgabe für das ganze Jahr.

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