19.05.2014

Außenpolitik mal anders

das German Apsara Conservation Project

Michael Leutert

Deutsche Außenpolitik findet nicht nicht nur auf den großen Bühnen der Welt statt, in den Hauptstädten, den internationalen Organisationen oder - wie jetzt - auf Krisengipfeln. Daneben gibt es auf den ersten Blick vergleichsweise unscheinbar wirkende Projekte, für die nur wenig Haushaltsmittel verwendet werden müssen, die aber dem Ziel ziviler deutscher Außenpolitik dienen, die friedlichen Beziehungen zu auswärtigen Staaten zu pflegen.
Ein solches Projekt ist das German Apsara Conservation Project (GACP) mit dessen Leiter, Professor Hans Leisen, ich mich heute - nicht nur - anlässlich der laufenden Haushaltsverhandlungen 2014 in meinem berliner Büro getroffen habe.
Das Projekt deutscher Geologen trägt gefördert vom Auswärtigem Amt seit 1997 wesentlich zum Erhalt der Tempelanlagen in Angkor, Kambodscha, bei. Die Apsara-Sandstein-Reliefs am Tempel von Angkor Wat aus dem 12. Jahrhundert, der als größter Sakralbau der Welt gilt, waren vom Verfall bedroht. Die Arbeit an dem UNESCO-Weltkulturerbe beinhaltet eine Analyse der verwendeten Natursteine, der Verwitterungsprozesse, um davon ausgehend Konservierungsmöglichkeiten zu entwickeln und die Reliefs zu retten. Daneben ist mittlerweile die Aus- und Fortbildung einheimischer wie deutscher Fachkräfte, insbesondere im Bereich der Steinrestaurierung, Teil des Projekts.
Dem Charakter des Gesprächs entsprechend möchte ich über dessen Inhalte hier nicht viel schreiben. Natürlich ging es auch um die künftige Finanzierung des Projekts. Mir ist hier etwas Anderes wichtig: So gering die Mittel für dieses Projekt im Vergleich zu anderen internationalen Ausgabeposten im Bundeshaushalt - zu den internationalen Etats zählen ja auch das BMZ und große Teile des BMVg - sind, so sinnvoll und wichtig ist dessen Arbeit. Nicht nur zum Erhalt dieses kostbaren kulturellen Erbes. Sondern auch zur Pflege und zum Ausbau der friedlichen Beziehungen zu anderen Staaten.

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