23.03.2015

Neuer Verdacht bei NH90: Täuschung des Parlaments?

Linkenpolitiker mutmaßt »Vorspieglung falscher Tatsachen« gegenüber Bundestag

René Heilig / neues deutschland

Transporthubschrauber der Bundeswehr bald wieder am Boden? Gutachter: Absturzrisiko wegen Designfehlers in der Bordelektronik und Problem mit Triebwerken

Die neuen Bundeswehr-Transporthubschrauber vom Typ NH90 müssen mutmaßlich erneut mit einem Flugverbot belegt werden. Der Skandal erreicht scheinbar kriminelle Ebenen. Von vorsätzlicher Täuschung des Parlaments ist die Rede. Wegen eines Problems mit den Triebwerken und eines sogenannten Designfehlers in der Bordelektronik ist das Absturzrisiko zu hoch. Zu dieser Einschätzung kommen sowohl unabhängige Gutachter als auch die für die Zulassung verantwortliche Dienststelle der Bundeswehr, berichtet der »Spiegel«. Flugsicherheitsexperten der Bundeswehr empfehlen daher in einem dringlichen Schreiben an das Luftfahrtamt, »den Flugbetrieb pro Luftfahrzeug auf maximal 20 Flugstunden zu begrenzen«.

Hersteller aus dem Airbus-Konzern sollen die Wahrscheinlichkeit eines Triebwerkausfalls falsch berechnet haben. Die Ingenieure hätten die Sicherheitsbestimmungen für Großflugzeuge statt derjenigen für Hubschrauber zugrunde legten. Aufgrund dieser Berechnung hatte die Bundeswehr den Flugbetrieb des NH90 erst Mitte Februar wieder genehmigt. Unklar ist, was das nun verkündete 20-Stunden-Jahreslimit bedeutet. Vermutlich ist davon aber die ganze Flotte betroffen, was einer faktischen Außerdienststellung gleichkommt. (...)

Das zeitliche Zusammentreffen der Aufhebung des Flugverbots und der Absegnung des Hubschrauber-Deals weckt Vermutungen. »Die Verträge sind unter Vorspieglung falscher Tatsachen zu Stande gekommen«, mutmaßt Michael Leutert, Haushalts- und Rüstungsexperte der Linksfraktion. Er wittert eine »arglistige Täuschung« der Haushaltspolitiker. Wenn das stimme, so Leutert gegenüber »nd«, »müssen die Verträge sofort außer Kraft gesetzt werden«. (...)

[Den vollständigen Artikel gibt es in der Online-Ausgabe des neuen deutschland]

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