01.04.2015

Heiße Braut und kalte Füße

das G36-Sturmgewehr und der ministeriell-industrielle Filz

Michael Leutert
H&K, SL8 (Wikipedia)

Fast könnte man meinen, das Verteidigungsministerium habe sich zu einer einzigartigen vertrauensbildenden Maßnahme entschlossen. Man will den Soldaten die Sturmgewehre wegnehmen.

Was scheinbar so friedenssichernd beginnt, hat doch kein Happy End. Im Gegenteil. Die Soldaten sollen neue Waffen bekommen, mit denen das Töten verlässlicher wird. Denn das bisherige Standard-Sturmgewehr G36, produziert von Heckler&Koch, hat erhebliche Mängel. Scheint die Sonne zu stark oder schießt der Soldat damit zu viel, ist das Treffen nur noch Glückssache.

Dass ihre eigentlich wegen ihrer Leichtigkeit durchaus gemochten »Bräute« keine Hitze vertragen und schwach werden, haben viele Soldaten erleben müssen. Die Führung war informiert, denn schon vor drei Jahren gab es öffentliche Meldungen über die G36-Probleme. Da bekam man auf verschiedenen Ebenen kalte Füße, rätselte, untersuchte, beschwichtigte, machte verschiedene Munitionschargen verantwortlich oder deutete an, die klagenden Soldaten hätten nur »einen Knick in der Optik«. (...)

»Ich gehe davon aus, dass die Mängel bei Heckler&Koch von Beginn an bekannt waren, meint der Haushaltsexperte der Linksfraktion Michael Leutert. Dass die Gewehre trotzdem verkauft wurden, sei «kein Kavaliersdelikt»! Man habe das Leben von Soldatinnen und Soldaten gefährdet und Unsummen an Steuergeldern verschwendet. Für Leutert ist klar, im Verteidigungsministerium muss es Mitwisser geben haben. Er sieht eine «Verstrickung von Rüstungs- und Ausstattungsfirmen mit dem Ministeriumsapparat.» Das habe «System». (...)

[Den vollständigen Artikel gibt es hier ->]

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