03.06.2015

Gymnasium Einsiedel wird „Schule ohne Rassismus“

Eine Patenschaft, die ich gerne übernehme

Michael Leutert
Mit Marius

Die Jugend ist die Entwicklungsphase, in der sich ein politisches Bewusstsein, eine eigene politische Meinung bildet. Die kognitiven Fähigkeiten entwickeln sich und man beginnt sich verstärkt mit gesellschaftspolitischen Themen auseinanderzusetzen und Dinge zu hinterfragen. Schule ist dabei ein zentraler Ort, in dem nicht nur Informationen vermittelt werden, sondern in dem man sich auch mit Freund_innen austauscht.

Als mir nun vor einiger Zeit Schüler_innen des Gymnasiums Einsiedel berichtet haben, dass ihre Schule "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" werden will und mich fragten, ob ich als Pate für das Projekt zur Verfügung stehe, musste ich nicht lange überlegen. Natürlich unterstütze ich dieses tolle Engagement bei uns in Chemnitz gerne, gerade weil es von den Schüler_innen ausgeht.

„Schule ohne Rassismus“ ist ein Netzwerk von über 1700 Schulen in ganz Deutschland. Der Titel ist keine Auszeichnung, jedenfalls keine für bereits Geleistetes. Er ist eine freiwillige Verpflichtung. Er bedeutet, dass sich eine große Mehrheit – mindestens 70 Prozent der Schüler_innen und Lehrer_innen - bewusst entschieden hat, aktiv gegen Diskriminierung einzutreten. Am Gymnasium Einsiedel ging die Initiative vom Schüler_innenrat aus, der die Direktorin und der Lehrerkörper zugestimmt haben. Zu jenem gehört auch Marius, der Mitglied unserer linksjugend ist und erst letztes Jahr mit dem Programm ‚Jugend und Parlament’ bei mir im Bundestag war. Dass das Engagement nicht von außen, sondern aus der Schule kommt; dass nicht versucht wird, den Schüler_innen eine Überzeugung zu vermitteln, sondern dass sie aus einer Grundüberzeugung über richtig und falsch heraus zu handeln beginnen, ist für mich ein wichtiges Kennzeichen des Projekts.

Der Schüler_innenrat

Was aber heißt „Schule ohne Rassismus“ konkret? Die Schüler_innen verpflichten sich, künftig gegen rassistische Vorkommnisse an ihrer Schule vorzugehen. Ein weiterer Baustein sind beispielsweise regelmäßige Projekttage, an denen sich die Schulen mit Rassismus, Antisemitismus, aber auch anderen Formen der Diskriminierung auseinandersetzen. Dazu gehört am Gymnasium Einsiedel die Integration von Behinderten in den normalen Schulbetrieb. Und jede „Schule ohne Rassismus“ hat einen Patin oder einen Paten, die oder den sich die Schüler_innen selbst suchen. Auch deshalb bin ich ein wenig stolz, dass ich in Frage gekommen bin. Ich werde öffentlich für dieses Projekt werben und natürlich den Kontakt zu ‚meiner’ Schule halten. Anfang Juni habe ich sie besucht und mich mit dem Schüler_innenrat und der Direktorin getroffen. Das nächste Mal werde ich am 7. Juli am Gymnasium Einsiedel sein. An dem Tag wird der Titel „Schule ohne Rassismus“ offiziell überreicht.

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