02.02.2016

Krisenherde, Kosten, Kappel

1200 Chemnitzer debattieren Asyl

Michael Brandenburg, Michael Müller (Freie Presse)

Anscheinend unvereinbare Standpunkte sind gestern Abend bei einer Einwohnerversammlung zum Thema Flüchtlinge aufeinandergeprallt. Doch es gab Hoffnungszeichen.

Wer auf einfache Antworten gehofft hatte, wartete einmal mehr vergebens: Rund drei Stunden lang debattierten gestern Abend 1200Chemnitzer im Großen Saal der Stadthalle mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie Mitgliedern des Stadtrats über die Unterbringung und Integration der in Chemnitz lebenden Flüchtlinge. 2000 kamen allein im vergangenen Jahr in die Stadt. Geschätzte Kosten: rund zehn Millionen Euro, etwa zehn Prozent des Gewerbesteueraufkommens.

(...) Im Großen Saal waren die Plätze im Parkett bis auf wenige Einzelsitze restlos gefüllt. Es gab Beifall von einer größeren Gruppe Zuschauer, als Pro-Chemnitz-Stadtrat Martin Kohlmann die Bühne betrat. Er hatte seinen Platz im Podium kurzfristig gerichtlich eingeklagt. Ursprünglich habe das Podium nur aus Bundes- und Landespolitikern mit Bezug zu Chemnitz bestehen sollen, erklärte Pfarrer Stephan Brenner als Moderator. Thomas Lehmann (Grüne) und Roland Katzer (AfD) vertraten ihre im Landtag vertretenen Parteien. Katzer erhielt zur Begrüßung den meisten Applaus. Michael Leutert, Bundestagsabgeordneter der Linken, hingegen wurde mit Pfiffen empfangen, erhielt aber später ebenso Beifall von einem Teil des Publikums wie die anderen Vertreter der etablierten Parteien. (...)

[Den vollständigen Artikel gibt es in der Online-Ausgabe der Freien Presse]

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