28.01.2016

Weiter um den Osten kümmern? Auf jeden Fall!

Bericht vom Januar-linXXtreff

Michael Leutert

Bei unserem ersten linXXtreff im neuen Jahr haben wir den Osten und seine spezifischen Kennzeichen in den Fokus gerückt. Natürlich ging es damit auch um die Frage, ob wir uns über ein Vierteljahrhundert nach der staatlichen Einheit Deutschlands überhaupt noch gesondert mit dem Osten beschäftigen müssen.

Als kompetenter Gesprächspartner war Roland Claus zu Gast und damit nicht nur der frühere Fraktionsvorsitzende der PDS-Fraktion im Bundestag, sondern auch jetziger Ostbeauftragter der Linksfraktion. Er führte auf verschiedenen Ebenen, so der kulturellen oder ökonomischen, aus, dass sowohl Erfahrungswerte wie nüchterne empirische Daten zwischen Ost und West noch lange nicht angeglichen sind. Ein Beispiel, dass veranschaulicht, wie stark der Osten dem Westen wirtschaftlich noch immer hinterherhinkt: Die Wirtschaftskraft der hundert größten ostdeutschen Unternehmen, macht noch nicht mal die Hälfte der Leistungskraft von Daimler aus.

Doch sind die Unterschiede keinesfalls nur negativ zu werten. So bilden die Umbruchserfahrungen der Ostdeutschen einen Wert an sich, den sie den Westdeutschen voraus haben. Auch verfügen die noch in der DDR sozialisierten BürgerIinnen zum Beispiel bei der Kinderbetreuung über ganz eigene Erfahrungen, die sie heute an ihre Kinder weitergeben. Das zeigt sich nicht nur im Wissen um die Bedeutung frühzeitiger Sozialisation für Kinder und damit einer positiveren Einstellung zu Kitas und Ganztagsbetreuung als in manch westlichem Bundesland. Insgesamt ist die Kinder-betreuungsquote im Osten höher als im Westen. Der Osten ist hier Vorbild für den Westen. Und auch wenn es um Geld geht, ist der Westen nicht immer überlegen. Die ostdeutschen Sparkassen etwa stabilisieren den ganzen Sparkassenverband.

DIE LINKE, als Volkspartei im Osten, trägt diese Erfahrungen als politische Positionen und Ziele in sich. Umgekehrt - und darauf hat Roland deutlich hingewiesen - ist der Osten die Lebensversicherung unserer Partei, die sie nicht leichtfertig aufgeben darf. Für uns muss das Thema Ostdeutschland auch weiterhin im Vordergrund stehen.onen und Ziele in sich. Umgekehrt - und darauf hat Roland deutlich hingewiesen - ist der Ostendie Lebensversicherung unserer Partei, die sie nicht leichtfertig aufgeben darf. Für uns muss das Thema Ostdeutschland auch weiterhin im Vordergrund stehen.

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