03.05.2016

1. Mai: Mehr als ein freier Tag

ArbeiternehmerInnenrechte sind keine Selbstverständlichkeit

Michael Leutert

Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, all dies sind Bezeichnungen für den 1. Mai, die auf seine Herkunft und Bedeutung im Kampf der Arbeiterklasse für ihre Rechte hinweisen. Für viele aber ist er, wenn er nicht wie in diesem Jahr auf einem Sonntag fällt, ein vom politischen Hintergrund losgelöster, hoch willkommener freier Tag. Sind die mit dem 1. Mai verbundenen Inhalte also noch aktuell?

Ja! Die konkreten Ziele haben sich seit dem 1. Mai 1890, an dem zum ersten Mal der „Protest- und Gedenktag“ mit Massen-streiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt begangen wurde, geändert. Doch bleiben die Grundanliegen gerade in unserer Zeit aktuell. In den letzten zwanzig Jahren wurden die Arbeitszeit ausgedehnt, die Reallöhne gesenkt und das Arbeitslosengeld gekürzt. Scheinselbstständigkeit, Endlospraktika-schleifen oder Minijobs ersetzen reguläre Arbeit. Arbeitslosigkeit bleibt ein Massenphänomen. Niemand kann dagegen alleine etwas unternehmen, aber zusammen ist das möglich - Dafür steht der 1. Mai bis heute. Und deshalb ist es auch eine Selbstverständlichkeit, dass ich in Chemnitz am 1. Mai dabei war.

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