30.05.2016

Mehr als ein Höflichkeitsbesuch

Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes bei Chemnitzer Blindenfußballern im SFZ

Michael Leutert

Schön, dass es geklappt hat! Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Frau Lüders, ist auf meine Einladung hin in Chemnitz gewesen. Sie hat dort das SFZ Ausbildungszentrum für Seheingeschränkte und Blinde als Gastgeber und vor allem die BlindenfußballerInnen des Chemnitzer FC besucht. Ich kenne Frau Lüders aus meiner Arbeit als Haushaltspolitiker. Im Ausschuss bin ich unter anderem für ihren Bereich zuständig. Was lag da näher, als sie in unsere Stadt einzuladen, wo unter anderem die einzige Blindenfußballmannschaft Ostdeutschlands spielt!

Los ging es aber zunächst mit einem Gespräch mit den Geschäftsführern und Mitarbeitern des SFZ. Ein wichtiges Thema war das neue Bundesteilhabegesetz. Kein Wunder, nach der gegenwärtigen Entwurfsfassung laufen gerade Menschen mit Seheinschränkung und Blindheit Gefahr, aus der Eingliederungshilfe zu fallen. Daneben spielte auch bei diesem Treffen das Thema Bahn eine Rolle. Zwar ist Chemnitz als Kommune eine der Städte, die sich auch beim Thema Mobilität am stärksten für die Teilhabe von sehbehinderten Menschen einsetzen. Doch wenn man über die kommunalen Grenzen hinaus schaut, sieht es ganz anders aus. So ist die Bahnlinie Chemnitz-Leipzig leider ein geradezu idealtypisches Beispiel, wie an die Bedürfnisse von (seh-)behinderten Menschen nicht mitgedacht werden: Alte Reichsbahnwaggons mit schmalen, hohen Stufen, enge Gänge mit schmalen Abteilen sperren Rollstuhlfahrer aus. Fehlende Klimaanlagen erschweren Blindenführhunden im Sommer die Arbeit. Ich habe mir die Punkte notiert.

Beim Termin mit BlindenfußballerInnen des Chemnitzer FC wurden Frau Lüders und ich Zeugen der großen Fertigkeiten der SpielerInnen mit dem Ball. Ich bin nicht zum ersten Mal dabei gewesen und doch kann es mich immer wieder erstaunen. Frau Lüders und ich durften uns auch selbst am Ball ausprobieren - mit Augenmasken selbstverständlich. Nein, so einfach ist das nicht! An die Vorführung schloss sich ein Gespräch mit Mitgliedern des Fördervereins an. Dabei ging es unter anderem um zwei ganz konkrete Punkte, bei denen wir was bewegen wollen. Sobald was spruchreif ist, lass ich es euch wissen.

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