30.09.2016

Schon wieder in Sachsen

neues deutschland

Elsa Koester und Robert D. Meyer

Nach Sprengstoffanschlägen auf Moschee und Kongresszentrum: LINKE fordert Offenheit gegenüber Muslimen

Die Familie des Imams bereitete sich gerade auf die Nacht vor: Der zehnjährige Ibrahim sah noch fern, seine Mutter lag bereits im Bett und der Imam Turan war hinten in der Moschee beschäftigt. Da hörte der Sohn, wie das Haus mit Flaschen beworfen wurde. Durch das Fenster sah er, wie es vor der Haustür anfing, zu brennen. Ein Mann mit Motorradhelm floh zu einem Auto zurück, das ohne Licht davonfuhr. Der Zehnjährige rief seine Familie zusammen, sie verließ das Haus. Gegenüber »Radio Dresden« sagte Ibrahim: »Wir haben Angst, dass sie weiter angreifen.«

Neben dem Angriff auf die Fatuh Moschee der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft Ditib wurde am Montagabend in Dresden auch ein Sprengstoffanschlag auf das internationale Kongressgebäude verübt. Verletzt wurde niemand. (...)

Von «Rechtsterrorismus» sprach der Bundestagsabgeordnete Michael Leutert (LINKE) und machte deutlich, dass «Linksextremismus» nicht das Problem sei. Damit sprach er sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete an, die kürzlich ein Ende der Förderung des antirassistischen Amadeu-Antonio-Stiftung und des linken Leipziger Kulturzentrums «Conne Island» gefordert hatten.

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