18.06.2019

Politik vor Ort erleben: Schulklassen zu Besuch im Bundestag

Michael Leutert

Die Politiker in Berlin interessieren sich doch gar nicht für uns!“ Doch, tun wir! Aber Politik muss erlebbar sein und Politik muss sich erklären, soll sich etwas an dieser irrigen Annahme ändern. Umso wichtiger sind mir dann die Besuchstermine im Bundestag, bei denen ich ganz nah und am Ort des Geschehens Rede und Antwort stehe.

Während der letzten Wochen durfte ich gleich fünf Schulklassen aus dem Erzgebirge und Mittelsachsen in Berlin begrüßen. Gerade das Gespräch mit jungen Leuten ist mir wichtig. Bestimmt sind wir nicht immer einer Meinung, aber das gehört nun mal zum parlamentarischen Alltag dazu. Wichtig ist der gegenseitige Respekt und die Bereitschaft zum Austausch. Kann ich den jungen Leuten glaubhaft machen, dass ich sie ernst nehme, zuhöre, mit ihnen auf Augenhöhe rede und auch mal widerspreche - dann ist für die Zukunft schon einiges gewonnen. Denn das sind die Grundlagen eines demokratischen Miteinanders und einer Streitkultur, die andere Standpunkte zulässt ohne die eigenen Überzeugungen zu verleugnen.

Die Schüler*innen aus Lugau, Thalheim, Zschopau und Mittweida hatten viele Fragen an mich. Etwa, wie mein Tag als Abgeordneter aussieht, wie der Umgang mit den anderen Fraktionen ist und wie Abstimmungen und Entscheidungen im Parlament zustandekommen. Ich sage, dass es immer um die die konkrete Sache gehen muss. Dann finden sich auch Mittel und Wege, um im Gespräch zu bleiben und Kompromisse zu finden.

Immer wieder war die Frage nach der Zukunft ein Thema. Was kommt auf uns zu mit Brexit, Europawahl und Klimawandel? Nun habe ich meine eigenen Gedanken dazu, aber wichtiger ist es zu fragen „Was denkt ihr denn, was kommen wird?“. Letztlich reden wir doch über die Zukunft genau der jungen Menschen, die bei den Besuchsterminen vor mir sitzen. Sie müssen sagen, in was für einer Gesellschaft sie leben wollen. Da wächst eine europäische Jugend heran, die sich lautstark artikuliert und die von uns Alten - da schließe ich mich selbstredend mit ein! - wissen will, was wir ihnen hinterlassen. Und da steht es uns allen gut an, zuzuhören und auf Augenhöhe das Gespräch anzunehmen.

Ich bedanke mich sehr für die Organisation über die Kollegin Karoline Loth von der Landesgruppe und hoffe, dass die Schulklassen interessante und erlebnisreiche Tage in Berlin hatten.

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