10.11.2008

Falsche und richtige Zahlen zu Hartz IV in Chemnitz

Michael Leutert

Der Vorstand des Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, hat anlässlich eines Termins in Chemnitz gesagt, dass in Sachsen mit 33% deutlich weniger Alleinerziehende von staatlicher Unterstützung leben als bundesweit (43%), in Chemnitz sogar nur 20%.
Was für eine Zahl! - bloß schade, dass Herr Alt sich verrechnet hat. Es sind in Wirklichkeit 55% in Sachsen und in Chemnitz unfassbare 62%.
62%!! Fast zwei von drei Alleinerziehenden, die minderjährige Kinder haben, sind auf Hartz IV angewiesen. Wie die BA vermutet, könnten die hohe Arbeitslosigkeit, die niedrigeren Löhne und die technisch ausgericheteteren Firmen [merke: Frauen und Technik geht nicht!] in und um Chemnitz ein Grund für die höhere Frauenarbeitslosigkeit [merke: Alleinerziehende = Frauen!] sein. Sagen wir es doch einfach so: Diese Gesellschaft, so wie wir sie heute erleben, ist ungerecht. Darunter leiden die Schwächsten zuerst und am meisten. Dem BA-Vorstand kann man schon fast dankbar sein, dass sein Fehler für einen kurzen Moment diesen Skandal mal wieder in die Medien brachte.

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