16.11.2008

Denkmalschutz und Stadtumbau

konfliktreiches Dauerthema

Michael Leutert
Wohngebiet in Johanngeorgenstadt

Der Abriss von Altbauten an der Palmstraße lässt die Diskussion rund um den Stadtumbau wieder einmal neu entflammen. Neue Erkenntnisse oder Argumente werden jedoch kaum eingebracht. Meist bleibt es bei der alten Forderung, doch lieber die Plattenbaugebiete abzureißen, anstelle der schönen Altbauten. Das sich der größte Teil des Leerstandes aber gerade in diesen Altbauquartieren befindet, wird diskret verschwiegen. Wenn es doch eine Rolle spielen sollte, ist schnell die Forderung aufgemacht, dass die betroffen Menschen doch von den Neubaugebieten in die Altbaugebiete umziehen sollen. Hier offenbart sich mitunter eine, gelinde gesagt, seltsame Einstellung zum Umgang mit Menschen. Vielleicht sollte in diesem Zusammenhang auch mal auf das Grundgesetz verwiesen werden, welches u.a. eine freie Wahl des Wohnortes garantiert. Anstatt bestimmte Bevölkerungsteile als Manövermasse von interessensgeleiteter Polemik zu missbrauchen würde ich vorschlagen, dass sich sowohl Einwohner von Neubaugebieten als auch Verfechter des Denkmalschutzes einmal zusammensetzen und ihre Ansichten und Standpunkte austauschen. Vielleicht kann auf diese Weise ein konstruktiver Umgang mit der Problematik Stadtumbau erreicht werden, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht. [Mehr zum Thema>>]

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