12.01.2009

Mehr als Folklore

Gedenken an Karl und Rosa 2009

Michael Leutert

Sonntag war das jährliche Gedenken an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in Berlin Friedrichsfelde. Nur linke Folklore? Wohl nicht allein wegen des 90. Jahrestages ihrer Ermordung waren bei klirrender Kälte und Sonnenschein so viele Menschen gekommen wie lange nicht - 80000 hieß es in den Nachrichten.
In den Zeiten der Wirtschaftskrise ist auch in den Medien eine neue Nachdenklichkeit auszumachen. Die Fragen nach Freiheit und Gleichheit und in welchem Verhältnis sie stehen, werden weniger leichtfertig abgetan. So laufen im Berliner Info.radio Interviews mit verschiedenen PolitikerInnen und ForscherInnen über die Aktualität von Liebkecht / Luxemburg und des jährlichen Gedenkens. Im liberal-konservativen Berliner ‘Tagesspiegel’ findet sich ein Kommentar von Tissy Bruns, der gegenüber den immer gleichen Verrissen mancher Blätter in den letzten Jahren einen deutlichen Unterschied markiert, weil er differenziert und ein Interesse zum Dialog erkennen lässt, das nicht auf die Vergangenheit gerichtet ist:

“(…) Wer sich auf Luxemburg beruft, muss die Freiheit wollen. Und wer sie kritisiert, muss wissen, dass die demokratische Gesellschaft am Ende wäre, wenn in ihr der Traum von der Gleichheit nicht mehr geträumt würde.”

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