19.01.2009

Mal wieder nur Gewinner!?

nach der Hesenwahl

Michael Leutert

Es war nach den ersten Prognosen schon zu beobachten und es war wie sonst auch - in der großen Mehrzahl betonten die befragten Bundes- oder hessischen PolitikerInnen das für sie Positive bei der Wahl. Dass die FDP und die Grünen gute Laune haben, kann ich nachvollziehen. Insgeheim werden sie wissen, dass sie in starkem Maße von der Schwäche der CDU bzw. der SPD in Hessen profitiert haben. Das hinderte sie allerdings nicht, alle möglichen bundespolitische Interpretationen des Ergebnisses hinsichtlich der Bundestagswahl zu anzubieten.

Überhaupt: CDU und SPD. Da fährt die Koch-CDU 2008 eine katastrophale Wahlniederlage ein und schafft trotz einer Steilvorlage der sich selbst zerlegenden Landes-SPD 2009 wieviel Prozente mehr? Null …ok, 0,4 oder so. Da aber die Wahlbeteiligung gesunken ist, haben sie real sogar verloren! Dass sie nicht in Sack und Asche gehen oder einfach mal ihre Enttäuschung ausdrücken, gehört zwar offensichtlich zum Geschäft. Den CDU-Politikern zuzusehen, wie sie sich um eine Antwort auf entsprechende Fragen drücken, ist allerdings schon fast komisch. Zur SPD: 23,7 Prozent, mehr als ein Drittel verloren und noch ca. sieben Prozent vor der FDP. Und dann lese ich im Blog MdB 2.0 in der Reaktion von Carsten Schneider (SPD) kein Wort dazu? Die Gesichter im Fernsehen von der SPD-Veranstaltung bei der ersten Prognose haben auch ohne Worte mehr gesagt.

Nun zur LINKEN: Wir sind wieder drin, und das ist die Hauptsache. Zwar habe ich im Vorfeld mitbekommen, dass uns manche Medien geradezu runter geschrieben haben (nein, kein Verfolgungswahn: Einige hessische Mitglieder sind, wenn man den Zeitungen glaubte, wohl gleich doppelt ausgetreten :-( ). Aber ich gebe gerne zu, dass ich gestern auch nervös war. Jetzt freue ich mich einfach mal und gratuliere den GenossInnen in Hessen.

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