02.02.2009

Warum der Abgeordnete Leutert ein schlechtes Vorbild ist

Markus Deggerich (Spiegel.online)

Der "befriedete Bezirk" vor dem Reichstag soll die Volksvertreter vor ihrem Volk schützen. Ausgerechnet ein Bundestagsabgeordneter hat illegal in der Schutzzone gegen die Hartz-Gesetze demonstriert - und denkt gar nicht daran, das Bußgeld zu begleichen.

Berlin - Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Michael Leutert, 34, ist unüberhörbar Sachse und sieht sich damit in einer stolzen Tradition der Herrschaftskritik. "Dürfen die denn das?", staunte der sächsische König Friedrich August III. in Verkennung der realen Lage, als sein Volk 1918 gegen ihn demonstrierte.

"Dürfen die denn das?", fragten sich wohl auch zwei Beamte der Berliner Polizei, als im Februar 2006 Leutert und sechs Genossen ihren Arbeitsplatz im Bundestag verließen und vor dem Ost-Eingang des Reichstages Transparente gegen die Hartz-Gesetze entfalteten. Die Beamten filmten und beendeten die Aktion, bei der eine Reihe von offenbar bestellten Fotografen zugegen war, und nahmen die Personalien auf. Genau sechs Minuten dauerte das Schauspiel laut Polizeiprotokoll – "von 8.55 bis 9.01 Uhr".

zum vollständigen Artikel>


Ausdrucken | Versenden