10.09.2009

Wettiner-Kaserne im Visier der Kriegsgegner

Die Linke will heute in Frankenberg für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan demonstrieren

Oliver Hach, Freie Presse, Lokalausgabe Mittweida

Frankenberg. Ein verheerender Luftangriff am Hindukusch, angeordnet von einem deutschen Offizier, ein Bundesverteidigungsminister unter Druck und eine Kanzlerin, die gestern energisch zurückfeuerte: Knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl hat die öffentliche Debatte um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr einen neuen Höhepunkt erreicht. Auch die Wettiner-Kaserne in Frankenberg ist jetzt in den Fokus der Auseinandersetzungen geraten. Kriegsgegner der Partei Die Linke wollen heute vor dem mittelsächsischen Truppenstandort, aus dem regelmäßig Soldaten für Afghanistan rekrutiert werden, für das Ende der Militäraktion demonstrieren.
"Raus aus Afghanistan" - unter diesem Motto stehen eine Mahnwache und eine Kundgebung heute Nachmittag, 16 Uhr vor dem Kasernentor.
Aufgerufen haben die sächsischen Linken; zudem werden die Linke-Bundestagsabgeordneten Katja Kipping und Michael Leutert zu Redebeiträgen erwartet.
"Die Kaserne in Frankenberg ist eines der Zentren für die Ausbildung der so genannten Krisenreaktionskräfte. Diese Bundeswehr-Einheiten sind auch in Afghanistan im Einsatz und dort mitverantwortlich für eine Kriegsführung, der täglich Zivilisten zum Opfer fallen", erklärt Rico Gebhardt, Landesgeschäftsführer der Partei. Das Blutvergießen müsse sofort beendet werden, fordert Gebhardt. Das sei auch im Interesse der inneren Sicherheit, "denn Militäraktionen auf Kosten der afghanischen Bevölkerung erhöhen die Terrorgefahr in Deutschland".
Im aktuellen 20. Kontingent der Afghanistan-Truppe Isaf sind rund 900 Soldaten der Panzergrenadierbrigade 37 mit Stab in Frankenberg am Hindukusch im Einsatz. Der Frankenberger Brigadegeneral Jörg Vollmer ist derzeit Kommandeur für alle Isaf-Truppen im Norden Afghanistans. Und Oberst Georg Klein, der vergangenen Freitag den umstrittenen Feuerbefehl auf die von Taliban gekaperten Tanklaster gab, kommt von der übergeordneten Diensteinheit der Frankenberger: Vor seiner Versetzung nach Kundus war er Stabschef der 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig.

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