03.11.2009

AJZ droht Schließung

Jugendzentrum muss erhalten bleiben

Michael Leutert

Das die Stadt Chemnitz zukünftig unter Finanzproblemen leiden wird, war schon vor vielen Monaten abzusehen. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, welche sich auch in sinkenden Einnahmen der öffentlichen Haushalte niederschlägt, machen um die Stadt keinen Bogen. Haushaltseinsparungen sind die logische Konsequenz. Einsparungen sollten allerdings mit Augenmaß vorgenommen werden. Im Falle des Alternativen Jugendzentrums scheinen sich die Verantwortlichen im Jugendamt der Konsequenzen ihrer Vorschläge nicht bewusst zu sein. Die angestrebten Kürzungen stellen den Verein und seine Angebote als ganzes in Frage. Mit der drohenden Schließung des Haupthauses an der Chemnitztalstraße 54 wäre auch das Ende für eine ganze Reihe von ehrenamtlich betriebenen Projekten besiegelt.
Es geht also nicht nur um eine Stelle, sondern um eine ganze Angebotspalette, welche der Stadt und damit den Einwohnern von Chemnitz verloren gehen.
Für eine Kommune, welche sich als Stadt der Moderne bezeichnet und zusätzlich noch Stadt der Wissenschaft werden möchte, wäre es ein denkbar schlechtes Signal, ausgerechnet solche Projekte sterben zu lassen, die für eine attraktive Jugend- und Kulturszene von großer Bedeutung sind.
Hinzu kommt, dass die Arbeit des Vereines AJZ, neben der klassischen Sozialarbeit, auch eine Vielzahl von Angeboten der antirassistischen und interkulturellen Jugendarbeit umfasst.
Die Stadt Chemnitz besitzt einen Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus und nun ist ausgerechnet ein Verein, der in diesem wichtigen gesellschaftlichen Bereich seit Jahren aktiv tätig ist, Ziel einer exsistenzbedrohenden Kürzungspolitik. Dies kann nicht hingenommen werden.

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