04.04.2011

zum internationalen Tag des Minenräumens

Erfahrungen aus Kambodscha

Michael Leutert

Es gibt so gut für alles Jahrestage. Den heutigen finde ich sehr sinnvoll, denn das Thema braucht öffentliche Aufmerksamkeit: Heut ist der Internationale Tag für Aufklärung über Minengefahren und Unterstützung von humanitärem Minenräumen.

Auf meiner Reise nach Kambodscha in der letzten Woche habe ich mich vor Ort über das dortige, vom Auswärtigen Amt finanziell unterstütze humanitäre Programm zum Minenräumen informieren können. Minen stellen dort auch lange nach dem Ende von Krieg und Guerillakrieg eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Fast die Hälfte aller Dörfer und rund 4400 Quadratkilometer waren oder sind noch vermint.

Minenräumen ist eine mühselige und gefährliche Arbeit. Vorsichtig müssen zunächst Pflanzen entfernt werden. Mit einem Detektor, der über den Boden gehalten wird, arbeitet sich der Minenräumer in einem umgrenzenten Gebiet langsam vor. Wenn ein Piepton zuhören ist, wird vorsichtig begonnen, den Gegenstand im Boden genau zu lokalisieren. Minen liegen nicht tief. Man muss sich dabei immer vor Augen halten, dass ein Fehler mit Umgang mit Minen Gliedmaßen oder sogar das Leben kosten kann. Oft ist aber auch ein anderer metallischer Gegenstand, wie eine Patronenhülse, und es war blinder Alarm.

Der deutsche Oberst a.D. Peter Willers leitet das dortige Minenräumprogramm. Er hat mir gesagt, dass sie durchaus noch mehr Minen im Jahr räumen könnten und schon eine Millionen Euro zusätzlich im Jahr eine realistische mittelfristige Zeitplanung für die Beendigung des Programms ermöglichen würde. Dies hieße auch, dass die Gefahr schneller beseitigt wäre. Angesichts eines Etats in Höhe von 3,1 Milliarden Euro für das Auswärtige Amts 2011 ist eine Million nicht viel Geld. Und hier wäre sie für ein wirklich humanitäres Projekt gut angelegt. Ich habe bereits mit den Berichterstattern der anderen Fraktionen über das Thema gesprochen und werde mich in den nächsten Haushaltsverhandlungen dafür einsetzen, dass die Mittel tatsächlich aufgestockt werden.

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