24.10.2012

Suppe, die man gern auslöffelt

eine Aktion der Chemnitzer LINKEN

Michael Leutert

Was haben Erbsen, Kartoffeln und Zwiebeln mit Rentenpolitik zu tun? Erst einmal nichts. Wenn man aber aus diesem und anderen Gemüse eine schmackhafte Suppe kocht und sie jenen anbietet, die sonst die Renten-Suppe der Bundesregierung auslöffeln müssen, ergibt sich eine gute Gelegenheit zum politischen Gespräch.

So haben Anfang Oktober Genossinnen und Genossen gemeinsam mit mir ein Zelt, Bänke, einen großen Topf samt Gaskocher und vor allem frische Zutaten auf den Neumarkt gebracht. Anlass war der Jahrestag der Deutschen Einheit, unser Thema die Rentenpolitik der Bundesregierung. Pünktlich um zwölf Uhr war die Erbsensuppe fertig. Drei Themenbereiche standen bei den Gesprächen im Mittelpunkt: Auch 22 Jahre nachdem die Ostdeutschen zu Bundesbürgern wurden, sind sie bei der Rente Bürger zweiter Klasse. Das zuletzt von der Regierung Merkel im schwarz-gelben Koalitionsvertrag verankerte Versprechen, die Ost-Renten anzugleichen, wurde immer noch nicht eingelöst. Im Schnitt bekommen Ostdeutsche 140 Euro weniger Rente als Westdeutsche, obwohl sich die Lebenshaltungskosten längst angeglichen haben. Auch weiterhin werden die Renten in Ost und West mit unterschiedlichen Rentenwerten berechnet. Dadurch wird die Rentenungleichheit auch für folgende Generationen fortgeschrieben. Altersarmut ist dagegen kein spezifisch ostdeutsches Problem. Doch wirken sich die höhere Arbeitslosigkeit, die vielen Mini-Jobs, niedrigere Löhne und die häufig unterbrochenen Erwerbsbiographien bei uns stärker auf die Rente aus. In diesem Jahr hat zudem der Einstieg in die Rente mit 67 begonnen. Sie war unser dritter Schwerpunkt. Schließlich bedeutet sie nichts anderes als eine Rentenkürzung, da man nun länger arbeiten muss, bevor man den vollen Rentenanspruch erwirbt.

Neben älteren Bürgern haben sich erfreulicherweise gerade junge Menschen für das Thema interessiert. Insgesamt konnte ich wie schon bei unserer erfolgreichen Sommertour als Stadtverband feststellen, dass sich bei solchen Gelegenheiten teilweise andere Gespräche entwickeln und auch mal Leute stehen bleiben, die es sonst vielleicht nicht tun. Diese Angebote der LINKEN Chemnitz werden gern angenommen – und so kann auch Gemüse etwas mit Politik zu tun haben.

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