Linksfraktion
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Foto: (c) LINKE im Bundestag
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Deutschland verweigert den Kriegsdienst
1. Raus aus Afghanistan
DIE LINKE will den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Wir
werden im Bundestag einen Afghanistan-Friedensvorschlag vorlegen, der
Entsendung weiterer Soldaten widersprechen und den Abzug der Bundeswehr
fordern. Die finanziellen Mittel sollen vom militrischen Einsatz auf
zivile Untersttzung umgewidmet werden. DIE LINKE wird fr Abrstung
initiativ und fordert den Abzug der US-Atombomben aus Deutschland.
Gute Arbeit
2. Einfhrung eines flchendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes und Gleichstellung in Lohnfragen
DIE LINKE setzt die Einfhrung eines flchendeckenden gesetzlichen
Mindestlohnes sofort wieder auf die Tagesordnung des Parlaments. Der
Mindestlohn soll in der 17. Legislaturperiode auf zehn Euro erhht
werden und Jahr fr Jahr zumindest in dem Mae wachsen, wie die
Lebenshaltungskosten steigen. Wir fordern gleichen Lohn bei gleicher
und gleichwertiger Arbeit in gleicher Arbeitszeit fr Frauen und
Mnner, in Ost und West, fr Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter und fr
Menschen mit und ohne Behinderungen.
3. Strkung von Kndigungsschutz und Mitbestimmung - 2 Mio. Arbeitspltze statt Massenarbeitslosigkeit
DIE LINKE weist alle Angriffe auf den Kndigungsschutz zurck und wird
Initiativen zu seiner Strkung ergreifen. Die Mitbestimmung in den
Unternehmen ist zu verteidigen und zu erweitern. DIE LINKE setzt sich
fr ein Verbot von Massenentlassungen bei nichtinsolvenzgefhrdeten
Unternehmen und fr die Rcknahme der Liberalisierung der Leiharbeit,
um den Trend zur Verdrngung von regulren Arbeitspltzen durch
Leiharbeit zu stoppen.
DIE LINKE will mit Hilfe eines Konjunkturprogramms und eines
Zukunftsfonds fr den industriellen Umbau Arbeitspltze fr die Zukunft
sichern und neue Arbeitspltze schaffen. Dafr mssen Produktion und
Produkte auf moderne, sozial-kologische Bedrfnisse ausgerichtet
werden, Investitionen in Gesundheit, Bildung, Infrastruktur ausgeweitet
werden und ffentliches Personal eingestellt werden. ffentliche Gelder
an die Industrie werden nur als Beteiligungen vergeben, verbunden mit
einer Ausweitung der Mitbestimmungsrechte von Belegschaften,
Gewerkschaften und Verbnden.
Soziale Sicherheit4.Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I verlngern
DIE LINKE setzt alles daran, in der Krise das Kurzarbeitergeld auf 36
Monate zu verlngern und das Arbeitslosengeld I fr alle
Anspruchsberechtigten auf 24 Monate zu erhhen. Darber hinaus ist die
Dauer der Zahlung des Arbeitslosengeldes I abhngig von der Dauer der
Einzahlung (pro Jahr Einzahlung einen Monat Arbeitslosengeld beginnend
mit dem 3. Jahr). Dies begrenzt Verunsicherung und soziale Hrten und
stabilisiert die Binnennachfrage.
5. Hartz IV abschaffen – DIE LINKE wird als erste Schritte im Bundestag fordern:
- Die Freigrenzen beim Schonvermgen im SGB II - zur Alterssicherung und darber hinaus - werden deutlich erhht.
- Die Entgelte von Ferienjobs fr Kinder von Hartz-IV-Beziehenden werden nicht auf die Hhe der Hartz-IV–Stze angerechnet.
- Kinderregelsatz an Kindesbedarf anpassen! Entsprechend dem Urteil
des Bundssozialgerichtes soll der Bedarf fr Kinder und Jugendliche in
der Grundsicherung eigenstndig ermittelt und in der Folge deutlich
angehoben werden.
- Ein Sanktionsmoratorium soll die Drangsalierung von Hartz
IV-Beziehenden sofort stoppen. Unabhngig davon fordern wir die
Abschaffung des Sanktionsparagraphen 31 im SGB II.
- Abschaffung des Konstruktes Bedarfsgemeinschaft im SGB XII und II fr Erwachsene.
- Die gleichen Forderungen gelten auch fr Menschen mit Behinderungen
und andere Bezieherinnen und Bezieher von Leistungen nach dem SGB XII
(Sozialhilfe).
Alterssicherung – armutsfest und gleich in Ost und West
6. Rente ab 67 zurcknehmen und Rentenwert Ost-West zgig angleichen
DIE LINKE fordert die Abschaffung der Rente erst ab 67. Schon heute
gehen im Osten 70 Prozent und im Westen 40 Prozent aller
Neurentnerinnen und –rentner mit Abschlgen in Rente. Laut Deutscher
Rentenversicherung waren im September 2008 waren nur noch 7,4% aller
63- und 64jhrigen in einer sozialversicherungspflichtigen
Vollzeitbeschftigung. Die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf
67 Jahre ist daher sozialpolitisch unverantwortlich und
arbeitsmarktpolitisch widersinnig. Wir fordern eine armutsfeste Rente
sptestens ab Vollendung des 65. Lebensjahres.
DIE LINKE kmpft weiter fr die zgige Angleichung des Rentenwertes Ost
an West. Die Hherwertung der Verdienste ostdeutscher Beschftigter ist
so lange differenziert beizubehalten, bis die Angleichung bei Lhnen
und Gehltern erfolgt ist.
Wer bezahlt die Krise?
7.Kleine und mittlere Einkommen entlasten – Kreditklemme bekmpfen
DIE LINKE will, dass Reiche und Vermgende fr die Finanzierung der
Krise sowie fr gesellschaftliche Reformen herangezogen werden. Kleine
und mittlere Einkommen sollen entlastet werden. DIE LINKE lehnt eine
Erhhung der Mehrwertsteuer strikt ab. DIE LINKE wird eine Reform der
Einkommensbesteuerung durch eine Abschaffung des Steuerbauchs
einbringen. Der/die Durchschnittsverdiener/in mit 30.000 Euro
Jahreseinkommen soll eine Steuererleichterung von mehr als 100 Euro im
Monat erhalten. Ab einem zu versteuernden Monatseinkommen von 6000 Euro
setzt zunchst eine leicht ansteigende hhere Belastung ein;
Einkommensmillionre sollen rund 100.000 Euro mehr an Steuern im Jahr
zahlen. DIE LINKE wird die Wiedereinfhrung der Vermgenssteuer als
Millionrsteuer fordern, wobei Privatvermgen von ber einer Millionen
Euro mit fnf Prozent besteuert werden. Auerdem soll eine
Brsenumsatzsteuer eingefhrt werden.
DIE LINKE wird sich dafr einsetzen, dass die drohende weitere
Verschrfung der Kreditklemme abgewendet wird. Bei knapp 40 Prozent der
Insolvenzen im ersten Halbjahr 2009 ist die Kreditverweigerung der
Banken die „zentrale Ursache“. Die EZB leiht den Banken Rekordsummen
fr ein Prozent Zinsen. Aber sie geben diese gnstigen Konditionen
nicht weiter, verlangen 10, 11, ja bis zu 18 Prozent Zinsen. DIE LINKE
wird von der Regierung fordern, dass sie endlich auf die Kreditvergabe
der Banken Einfluss nimmt. Dazu gehrt, die Banken unter staatliche
Kontrolle zu stellen bis hin zur Vergesellschaftung. DIE LINKE will,
dass berziehungszinsen begrenzt werden.
8. Schutzschirm fr die sozialen Sicherungssysteme
DIE LINKE lehnt es ab, dass die Kosten der Krise ber Zusatzbeitrge
u.. auf die sozial Versicherten abgeladen werden. Deshalb wollen wir
einen Bundestagsbeschluss, dass die Sozialversicherungen fr die durch
die Krise entstehenden Defizite eine Staatsgarantie bekommen –
finanziert aus den Steuermehreinnahmen. Nur so kann eine Krzung der
sozialen Leistungen und die zustzliche Belastung der Versicherten
ausgeschlossen werden. Aktuell darf bspw. das sich abzeichnende
Milliardendefizit im Gesundheitsfonds (rd. 10 Mrd.) 2010 nicht ber
Zusatzbeitrge auf die Schultern der Versicherten abgewlzt werden.
Grundrechte verteidigen
9. Grundrechte verteidigen
Die LINKE wird eine gesetzliche Regelung fr einen wirksamen
Arbeitnehmerdatenschutz einbringen, der solche Schnffelei wie bei
Lidl, der Bahn oder der Deutschen Bank unterbindet.
Am 31. Dezember endet die bisherige Bleiberechtsregelung fr geduldete
Auslnderinnen und Auslnder. Die LINKE wird sich fr ein eine
dauerhafte Bleiberechtsregelung fr die rund 62.000 seit vielen Jahren
hier lebenden Flchtlinge einsetzen. Langjhrig Geduldete und Menschen,
die zurzeit nur befristet bleibeberechtigt sind, mssen ein gesichertes
Aufenthaltsrecht und eine Lebensperspektive erhalten.
DIE LINKE wird einen Antrag zur bundeseinheitlichen und
bedarfsgerechten Finanzierung der Frauenhuser einbringen, der fr alle
Frauen einen offenen Zugang zu Frauenhusern und Schutzeinrichtungen,
unabhngig von ihrer sozialen Herkunft oder ihrem Aufenthaltsstatus
garantiert, Kosten fr den Aufenthalt der Kinder einschliet, den
Lebensunterhalt sichert und Unterhaltsansprche von geflchteten Frauen
gegenber Partnern auf den Staat bertrgt.
Energiewende durchsetzen
10. Atomausstieg unumkehrbar machen
Wir werden parlamentarisch und auerparlamentarisch dafr streiten,
dass die in der 17. Legislaturperiode abzuschaltenden sieben Reaktoren
- davon vier noch bis Jahresende 2009 - wirklich unumkehrbar vom Netz
gehen. Zudem werden wir darauf drngen, sofort einen
Untersuchungsausschuss atomare Endlager (Asse II, Gorleben, Morsleben,
Schacht Konrad und zum Endlagersuchverfahren) im Bundestag einzusetzen.